Eine Nacht, eine Küche, ein Gefühl.
Berlin. Kurz nach neun. Ich stehe in einer fremden Küche vor einem ungeöffneten Schrankkarton. Tagsüber war ich an der Rezeption eines Hotels; jetzt halte ich den Akkuschrauber. Der erste Satz des Mannes, der mir die Tür öffnet: „Ich bin überrascht, dass Sie da sind. Die zwei vor Ihnen sind nicht gekommen.“
An diesem Abend habe ich den Schrank montiert. Aber was ich mitnahm, war nicht nur Geld. Es war ein Gefühl. Zwischen dem, was versprochen wird, und dem, was gehalten wird, lag eine Lücke – und sie war so groß wie eine Stadt.
Diesem Gefühl bin ich mein Leben lang gefolgt. In Baku, in Istanbul, in Tallinn – die Branche war jedes Mal eine andere, das Gefühl immer dasselbe: Etwas ist unnötig schwer, und die Menschen warten auf die einfachere Version. Ich finde sie, ich baue sie, ich probiere sie aus. Hält sie, lasse ich sie wachsen; hält sie nicht, lasse ich sie los. Vier Länder und fünf Sprachen sind dafür da: mehr Türen, mehr von diesem Gefühl.
Sein Wort zu halten, ist teuer. Für den kranken Monteur findet man um Mitternacht ein Team; den falsch kalkulierten Auftrag bringt man aus eigener Tasche zu Ende. Aber die Rechnung ist einfach: Jedes gehaltene Versprechen bringt den nächsten Auftrag, jedes gebrochene kostet zehn. Vertrauen ist das Kapital, das am langsamsten wächst und am meisten bringt.
Nuxa ist auf diese Rechnung gebaut. Heute die Pflege von Gebäuden; morgen Arbeiten, denen wir noch keinen Namen gegeben haben. Die Branche wechselt. Das Gefühl, die Rechnung und das Wort bleiben.
— Raju Zakaryayev